Der Rossgöpel von Klein Markow

Der Rossgöpel und die neue Zeit

Göpel von Klein Markow

an der Peenebrücke gelegen, gegenüber den Resten der Turmhügelburg

Als Carl von Treuenfels im Jahr 1872 das Gut Klenz mit Klein Markow kaufte, waren im Inventar unter anderem 54 Pferde, 125 Stück Rindvieh, 1100 Schafe und Lämmer und 48 Schweine verzeichnet. Um das Jahr 1874 ließ Carl von Treuenfels am Ufer der Peene daher einen Göpel bauen, um in erster Linie das Vieh, aber auch das Dorf mit Wasser zu versorgen.
Die Weiterentwicklung des Rades zum Zapfen- und später zum Zahnrad schuf damals eine völlig neue Dimension der Mechanik. Mit der Kombination unterschiedlich großer Raddurchmesser konnte eine sehr schnelle Drehbewegung in eine sehr langsame, aber extrem kraftvolle Antriebs­bewegung umgewandelt werden.

 

Rundganggöpel

Göpel von Wieliczka

Der hier in Klein Markow erhaltene Göpel war ein Rundganggöpel. Ein Pferd lief angeschirrt im Kreis um den Hebebaum herum - daher der Name Rossgöpel - und bewegte durch seine Zugkraft ein Zahnrad. Die horizontale Bewegung wurde dann mittels eines Kegelrades in eine vertikale Bewegung umgewandelt. Der Göpel war überdacht, da er bei jedem Wetter betrieben wurde. Das Wasser wurde aus der Peene in einen Hochbehälter im oberen Teil des Ortes gepumpt. Von diesem Speicher floss das Wasser dann mit dem Gefälle an die einzelnen Zapfstellen. Der Rossgöpel blieb bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb.

1970 übernahm die Versuchsstation als Außenstelle der Universität Rostock das ehemalige Göpelgelände als Gerätelager, ließ 1978 den Göpel neu ein­decken und bewahrte ihn letztendlich vor dem ”heißen Abriss”.

 
Ein Göpel ist eine mechanische Vorrichtung zur Erzeugung einer Antriebskraft durch Menschen oder Tiere. Er besteht aus einer meist vertikalen, mittels langer Hebel in Drehung versetzten Hauptwelle. Die Einwohner Klein Markows und der Dorfförderverein Jördenstorf beginnen 2010 mit der Sanierung des Göpelwerks. Der Schmied Griephahn erklärt die Funktionsweise des Göpels auf seinem Werkstattboden: Die Drehkraft des Hebebaums wird über ein Winkelgetriebe umgeleitet und treibt die Schwungräder der Pumpe an.