Klein Markow in der Mecklenburgischen Schweiz

Schwammerl suchen

Schwammerl suchen mit Opa

In den Ferien nahm mich Opa sonntags mit in den Wald, zum Schwammerl suchen. Er schenkte mir einen Hakelstecken und ein Taschenmesser, er zeigte mir, die essbaren Pilze von den giftigen zu unterscheiden, und er zeigte mir geheimnisvolle Orte im Wald, ich erinnere mich an einen Tümpel, in dem Feuersalamander lebten. Dort machten wir so lange Brotzeit, bis wir ihn den Feuersalamander sahen. Wenn wir genug Steinpilze, Braunkappen, Birkenpilze, glitschige Butterpilze und Reherl zusammenhatten, kehrten wir beim Eggelseder oder im Waldschlössel ein und ich bekam eine Sinalco. Opa trank ein oder zwei Bier, wenn es mehr wurden, gab es hinterher von der Oma ziemlichen Ärger. Zuhause bei Opa und Oma putzten wir die Pilze und Oma briet sie in Butter, mit Kümmel, Pfeffer und Salz gewürzt, dazu noch zwei oder drei Eier.

Und nun ist Sofia so klein wie mein Bruder Erwin damals, während Lisa nächsten Herbst schon groß genug sein wird für ihr eigenes Taschenmesser.

 

Meine Großmutter und mein Großvater

Onkel, Tanten und das Familienschwein. Den Sommer über diente es uns Enkelkindern als Reittier und im Winter wurde es geschlachtet.

... nachher geh ich uns eine Heimat holen, die uns dann niemand wieder nehmen kann. Am Freitag wird aufgemessen und dann hast du schon bald einen Grundriss zum Spielen und Träumen...
Wo ich geboren bin, war einmal meine Heimat, und wo ich sterbe, wird meine letzte Heimat sein. Dazwischen lebe ich. Wie ein Wal vielleicht. Oder eine der orangefarbenen durchsichtigen Tiefseequallen. Treibe durch einen Ozean. Zuletzt gestrandet in Klein Markow, Mecklenburg Vorpommern. Und bin Großvater geworden. Bin stolz auf meinen Großvater, und bin nun selber einer.